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Sonntag, 20. August 2017
SCHLEIZER DREIECK --> Chronik
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Die Geschichte der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands

Entstehung der Strecke und das 1. Rennen 1923

1924 - Hinten im Wagen links Carl Slevogt, der Entdecker des Schleizer Dreiecks, daneben Sportpräsident Dr. Bruckmayer, München.
1924 - Hinten im Wagen links Carl Slevogt, der Entdecker des Schleizer Dreiecks, daneben Sportpräsident Dr. Bruckmayer, München.

„Die Teuerung auf allen Gebieten des Lebens steigt jetzt ins Ungemessene, Katastrophale. Der Tausendmarkschein spielt jetzt die bescheidene Rolle eines Fünfzigers der Friedenszeit“. Als das damals in der Schleizer Zeitung stand hat auch die Geburtsstunde des Schleizer Dreiecks geschlagen.

Carl Slevogt, der Chefkonstrukteur und Direktor der Apollo-Werke Apolda, stattete im Jahre 1922 der Stadt Schleiz einen Besuch ab und fand das Straßendreieck welches die Ausfallstraßen Schleiz – Hof, Schleiz - Plauen und die Verbindungsstraße Heinrichsruh – Waldkurve (Prinzessinnenweg) bilden recht geeignet für eine Versuchsstrecke. Dann hat er die „entdeckte“ Strecke als Gausportleiter des ADAC als Teststrecke für Brennstoffverbrauchsprüfungen weiter empfohlen.

Alle Vorbereitungen gingen bis zum 9.Juni 1923 weitestgehend an den Schleizern vorbei, erst dann erfuhren sie aus der Zeitung was da am nächsten Tag passieren sollte. An Publikum fehlte es dann jedoch trotzdem nicht, auch Teilnehmer waren genügend gekommen, die Gasthöfe waren bald ausgebucht und einige der Fahrer mussten sogar in Privatquartieren untergebracht werden.
Der erste Start auf dem Straßendreieck wurde dann am Morgen des 10.Juni vor dem Gasthaus „Weidmannsruh“ in Oberböhmsdorf vollzogen. Sieger sollte der Fahrer werden, welcher mit 5 Liter Kraftstoff die längste Strecke und höchste Geschwindigkeit erreichte.

Die ersten Sieger auf dem Dreieck waren dann:
Bei den Automobilen gewann Huldreich Heußer aus Kleinschmalkalden auf Wanderer. Er kam 87,3km weit und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von beachtlichen 41,4km/h.
Sieger des Motorradrennens, von 6 Runden, am Nachmittag wurde Horst Raebel aus Apolda. Er erreichte mit seiner 1000er Mars 64,2km/h.

Die Presse meldete zu diesem regionalen Großereignis:
„Am gestrigen Sonntag ist unserer Bevölkerung klar und deutlich vor Augen geführt worden, was das Straßendreieck bei Schleiz ist. Es ist etwas Einzigartiges, zumindest in Deutschland. Es ist eine vorzügliche Fahrbahn für Hindernisrennen für Autos und Motorräder, wie weit und breit keine bessere zu finden ist….“

Außerdem war in der Schleizer Zeitung zu lesen:
„Das ist ein neuer Anziehungspunkt, eine neue Sehenswürdigkeit und eine neue Lebensquelle für die Stadt. Deshalb wird auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein der Stadt Schleiz nicht verfehlen, in diesem Straßendreieck von Schleiz ein Feld neuer ersprießlicher Tätigkeit zum Wohle der Stadt zu erblicken.“

Der Aufstieg und das zeitweilige Ende

1924 - Paul Rüttchen gewann ersten Schleizer Pokal

Hier versucht Burggaller (Berlin) auf BMW heil durch die Haarnadelkurve zu kommen.
Hier versucht Burggaller (Berlin) auf BMW heil durch die Haarnadelkurve zu kommen.

Am 15. Juni fand unter Federführung des ADAC Club e.V. Sitz München die Deutsche Kraftrad Straßenmeisterschaft auf dem Schleizer Dreieck statt.
Für die Leitung der Veranstaltung waren Sportpräsident Dr. Bruckmayer aus München, Carl Slevogt aus Apolda und Johannes Wächter aus Schleiz bestimmt worden. Letzterer wurde dann im Jahre 1929 der erste Rennleiter aus Schleiz. Johannes Wächter hatte diese Position dann bis 1933 inne.

An den Start gingen damals Motorräder wie Evans, Elster, Heilo, Megola, Cockerell, Baumeister, Cotton, Blackburn, Bekamo, Eichler, Baier, Coventry, Curwy, Imperia usw. Leider sind diese heute kaum noch bekannt.

Erstmals erfolgte der Start auf der Oberböhmsdorfer Geraden.
Schnellster Mann des Tages auf einer Megola mit Sternmotor im Vorderrad wurde der bald zum Publikumsliebling erklärte Toni Bauhofer aus München. Bauhofer erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 82,7km/h.

Bereits 10.000 Zuschauer wurden 1924 gezählt, die mit Motorrad, Fahrrad, PKW, LKW, Bus oder zu Fuß an die Strecke gekommen waren.

Zu den Bedingungen ist folgendes bekannt:
„Keine Strohballensicherung an den Kurven, keine Asphaltdecke, Bäume unmittelbar an der Straße, tiefe Chausseegräben, über Federungen der Maschinen gar nicht zu reden – es war härteste Arbeit für die mutigen Männer.“

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