Abschied von Ginger Molloy
Im Alter von 88 Jahren verstarb am 16. September Ginger Molloy. Der neuseeländische Motorradrennfahrer dürfte vielen älteren Schleizer Motorradsportanhängern noch in bester Erinnerung sein. Im Jahre 1963 machte er sich auf den Weg, um sich dem „Continental Circus“ anzuschließen. Dabei hinterließ er auch mehrfach auf dem Schleizer Dreieck seine Spuren. Auf Anhieb belegte Molloy in der Klasse bis 250 ccm hinter Luigi Taveri (Schweiz) und Laslo Szabo (Ungarn) den dritten Platz. Zwischen 1965 und 1967 ging der Bultaco-Pilot gleich dreimal in Folge als Sieger in der Viertelliterklasse hervor. Eine Leistung, die nur wenigen Fahrern in der Geschichte der Rennstrecke gelang.
In seinem Buch „The Ginger Molloy Story“ schildert er über mehrere Seiten seine Erlebnisse in der DDR und speziell in Schleiz. Unter anderem ging er darin auf den Renntag 1963 ein: Es war unheimlich heiß, erinnerte er sich. Die Hitze und ein dritter Platz in der Klasse bis 250 ccm waren Grund genug, sich einige Biere zu gönnen, die von Einheimischen spendiert wurden. Irgendwann entd

1963 – Siegerehrung bis 250 ccm: Laslo Szabo (v.l.), Luigi Taveri und gInger Molloy
eckte jemand einen Feuerwehrschlauch und es entwickelte sich eine gewaltige Wasserschlacht im Fahrerlager. Molloy hatte nach einiger Weile genug davon und fuhr ins Hotel, auch hier ging es feuchtfröhlich weiter. Im Laufe des Abends gesellte sich der örtliche Polizeichef in Zivil zu Molloy. Das Bier hinterließ auch bei ihm seine Wirkung. Molloy brachte ihn schließlich so weit, dass er auf dem Tisch tanzte. Eine große Gaudi für die Anwesenden. Am nächsten Tag, beim Abmelden auf dem Polizeirevier, sagte der völlig verkaterte Polizeichef zu ihm: „Lass dich hier nicht mehr blicken, du bist zu viel für mich!“ Doch Molloy hielt sich nicht mehr daran und kam auch in den darauffolgenden Jahren nach Schleiz.
Zu den größten Erfolgen in seiner Laufbahn zählte 1970 der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft in der Halbliter-Klasse auf Kawasaki hinter Giacomo Agostini. Darüber hinaus ging bei 66 internationalen Rennen als Sieger hervor. Sein einziger Grand-Prix-Sieg gelang ihm beim Ulster Grand Prix 1965 auf einer 250er Bultaco.

