Dritter Wertungslauf der VFV DHM auf der Traditionsrennstrecke Schleiz

Anfang Juli steht für die VFV Deutsche Historische Motorradmeisterschaft die dritte Veranstaltung im Terminkalender. Gefahren wird vom 06. bis 08. Juli auf der noch einzigen Naturrennstrecke in Deutschland. Dort erwartet alle Teilnehmer über drei Tage ein volles Programm.

Das Schleizer Dreieck ist die älteste Naturrennstrecke in Deutschland. Urprünglich als Teststrecke für die Apollo Autofabrik durch den damaligen Direktor Carl Slevogt ins Leben gerufen, nahm man ab 1923 den Rennbetrieb am Schleizer Dreieck auf. Richtig los ging es 1924bei der ersten Deutschen Kraftrad-Straßenmeisterschaft mit damals an die 80 Startern. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Rennerei am Schleizer Dreieck. Es sollte bis ins Jahr 1948 dauern, ehe in Schleiz wieder die Motoren dröhnten. Mit der Wende 1989 schien das Ende der legendären ostdeutschen Rennstrecke gekommen zu sein. Moderne Rennstrecken wie der Nürburgring oder Hockenheim liefen den ostdeutschen Kursen den Rang ab. Doch in Schleiz kämpfte man um den Erhalt der legendären Strecke. Ein gewichtiger Fürsprecher war Paris-Dakarsieger Freddy Kottulinsky, der mit vollem Namen eigentlich Winfried Philippe Adalbert Graf Kottulinsky Freiherr von Kottulin hieß. Kottulinskys Rennkariere ist gespickt mit vielen Erfolgen im Tourenwagen, GT oder auch Formelrennsport. Auch in Schleiz fuhr Kottulinsky bei Formel 3 Rennen. Dort sollte er seine spätere Frau kennen lernen. Der Liebe wegen verschlug es ihn in die Rennstadt, für deren Erhalt er sich zeit seines Lebens einsetzte. So ist es kein Wunder, dass er nach seinem Tod am 4. Mai 2010 auch dort begraben wurde. Ihm zu Ehren trägt die Veranstaltung Anfang Juli den Namenszusatz VFV Oldtimer GP Freddy Kottulinsy Revival Schleizer Dreieck.

Bei der diesjährigen dritten Auflage stehen insgesamt 34 Trainings- und Wertungsläufe über 20 Minuten auf dem Programm. Bereits am Freitag starten ab 8.00 Uhr die freien Trainings, während ab 11.35 Uhr die ersten Pflichttrainings anstehen. Am Samstag gehen ab 9.40 Uhr die ersten Läufe über die Bühne, ehe am Sonntag um 12.55 Uhr der letzte Durchgang gestartet wird.

In Schleiz werden über 300 Pilotinnen und Piloten am Start sein. In 23 verschiedenen Wertungsklassen geht es um Sieg und Punkte. Aber nicht nur Schnelligkeit ist gefragt, sondern viel Gefühl für die schöne Strecke am Schleizer Dreieck um entsprechend gleichmäßig seine Runden ins Ziel zu bringen. Die Felder sind hervorragend besetzt. Wer es eher klassisch mag, dürfte sich für die Vintage/Post Vintage 1920 – 1949 oder die Klasse V begeistern. Hier sind an die 20 Teilnehmer mit ihren Clubsport-Motorrädern bis Baujahr 1978 am Start. In der Klasse für Vintage und Post Vintage Fahrzeuge der Baujahr 1920 bis 1949 geht auch das älteste Motorrad der Veranstaltung an den Start. Der Reutlinger Dietmar Fecht steuert hier eine Motosacoche 500 SS aus dem Jahr 1927 und trifft dort unter anderem auf Theo Müller, der eine Scott TT aus dem Jahre 1929 an den Start bringt. Proppevoll ist die Klasse Z mit Gespanne Kneeler 750/2-Takt + 1000/4-Takt bis 1983, die immer ein besonderer Anziehungspunkt für die Zuschauer sind. Mit dabei die Kölner Kurs Sieger Karl und Klaus Umbach mit einer BMW.

Zudem werden seit Jahren im Rahmenprogramm der Meisterschaftsläufe der VFV-DHM auch Sonderläufe für historische Rennmotorräder angeboten. In diesem Jahr wird erstmalig mit dem Laverda Cup eine Sonderlaufserie angeboten, die auf vier verschiedenen Rennstrecken ausgefahren wird. Die Laufserie ist europaoffen ausgeschrieben, dementsprechend mit einem internationalen Fahrerfeld besetzt. Der Wettbewerb wird nach den DMSB Richtlinien für Gleichmäßigkeitsläufe durchgeführt. Die Teilnehmer absolvieren einen Trainingslauf und zwei Wertungsläufe.

Für Motorrad-Freunde oder Aktive lohnt der Ausflug ans Schleizer Dreieck auf jeden Fall. Die VFV DHM lässt dort Motorradgeschichte lebendig werden und bietet interessanten und spannenden Motorradrennsport.

(Text: arpRedaktionsbüro Patrick Holzer)

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