Moto Trophy 2019 – Klassischer Motorradrennsport vom Feinsten

Klassisch aber nicht alt, unter diesem Gesichtspunkt stand die Auftaktveranstaltung auf dem Schleizer Dreieck. Ein weiteres Mal gastierte im Rahmen der „ADAC Sparkassen Klassik Schleizer Dreieck“ die Moto Trophy auf der traditionsreichen Rennstrecke. Über 400 Piloten aus ganz Europa gingen an dieser drei Tagesveranstaltung in den verschiedensten Klassen an den Start. Darunter auch einige Fahrer, die in der Vergangenheit maßgeblich auf internationaler beziehungsweise nationaler Ebene an der Geschichte des Motorradrennsports mitgeschrieben haben. Mit Rolf Blatter gastierte der Vizeweltmeister bis 50 ccm des Jahrgangs 1979, der Schweizer pilotierte eine Moto3-Honda. Erstmalig in Schleiz weilte Herbert Hauf, der 250-ccm-Europameister von 1981 in der Klasse bis 250 ccm. Allerdings konnte der heutige Riegelsberger kein Rennen bestreiten, seine Yamaha TZ 250 erlitt im Training einen kapitalen Motorschaden. Im Übrigen hat er diese Maschine, wie vor 40 Jahren, ebenfalls von Harald Merkl gekauft. Damals wurde er damit auf Anhieb OMK-Pokalsieger. Harald Merkl, der inzwischen ein Hotel auf der Insel Rügen betreibt, hat sich endgültig vom Rennsport zurückgezogen. „Ich habe in den vergangenen Jahren, dreimal den Pokal in der Moto Trophy in meiner Klasse gewonnen. Jetzt ist Schluss, ich muss nichts mehr beweisen“, so der ehemalige Deutsche Meister. Mit dem Schweizer René Dünki zählt der Sieger auf dem Schleizer Dreieck (1991) in der Klasse bis 125 ccm inzwischen zu den Stammgästen bei den Klassikveranstaltungen in Schleiz.

Stefan Tennstädt

Einer der Höhepunkte an diesem Wochenende waren die beiden Läufe der Grand-Prix-Rennmaschinen in der Klasse 125 ccm bis Open, die gemeinsam an den Start gingen, jedoch in eine getrennte Wertung eingingen. In diesen beiden Rennen teilten sich Stefan Täuber (D) und der Niederländer Orlando Heijkoop die Siege. Ex-DDR-Meister Stefan Tennstädt schaffte im ersten Umlauf den dritten Podestplatz. Nicht ganz so gut lief es im zweiten für ihn, hier wurde er „nur“ fünfter in der Gesamtwertung. Allerdings durfte sich der Rodewischer zweimal über den Klassensieg in der GP 250S freuen. Weniger erfreulich endete bereits das Training für Lokalmatador Frank Eismann. Der Rockendorfer stürzte in der Schikane in der Kohlbachstraße und musste aufgrund seiner Verletzungen ins Schleizer Kreiskrankenhaus eingeliefert werden.

Seine Siegesserie auf dem Dreieck setzte Luke Notton in der Klasse Grand-Prix-S1/S2 fort, beide Läufe gewann der Brite unangefochten auf seiner Harris-Yamaha. Einen schwedischen Doppelsieg gab es mit Englund/Johansson bei den älteren Sidecar-Modellen. Nur einmal wurden Centner/Wolfram bei den Sidecar Open ihrer Favoritenrolle gerecht. Der ehemalige WM-Pilot und sein Schleizer Beifahrer Andy Wolfram erlebten im Rennen eine Schrecksekunde nachdem sie mit einer defekten Bremsanlage, in Führung liegend, das Rennen beenden mussten. Das zweite Rennen gewannen sie mit 32 Sekunden Vorsprung vor Steiner/Wulf (CH/D), den Sieger des ersten Umlaufs. Einen weiteren Doppelsieger gab es mit Nicolai Kraft (D) in der Superbike 90/Klassik zu verzeichnen.

Die Klassik Trophy wurde im Jahre 2010 ins Leben gerufen und hat seit dieser Zeit eine rasante Entwicklung hingelegt. Gestartet wurde damals lediglich mit Zweitakt-Klassen, bereits zwei Jahre später gesellten sich die Viertakt-Maschinen hinzu. „Nachdem wir uns zunächst stets bei anderen Events angeschlossen hatten, entschlossen wir uns 2015, nachdem der Zulauf immer größer wurde für eine separate Veranstaltung“, berichtet Manfred John, der Geschäftsführer von Klassik Motorsport und einer der Macher dieser Serie. Inzwischen ist der Terminkalender auf insgesamt zehn Veranstaltungen angewachsen und wird auch mitteleuropäischen Rennstrecken ausgefahren. Seit 2014 gehört auch das Schleizer Dreieck zum festen Bestandteil dieser Rennserie. „Die Fahrer kommen gerne nach Thüringen. Die Strecke mit ihrer Tradition hat Charakter und hebt sich ab von den heutigen Retortenrennstrecken“, so John weiter.

Die Gründe für den massiven Zuspruch sieht John insbesondere darin, dass in der Moto Trophy bezahlbarer Motorradrennsport von der breiten Masse durchgeführt werden kann. In der laufenden Saison erfuhr die Meisterschaftsserie eine weitere Aufwertung mit der European Classic Trophy für Grand-Prix-Zweitakter und Superbikes.

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