Der Osten lebt

Ein Hauch von Nostalgie wehte am vergangenen Wochenende durch das alte Fahrerlager des Schleizer Dreiecks. Zum dritten Mal veranstaltete der Verein „IFA-Trabant-Freunde Schleiz“ sein Treffen für Trabant und Ostfahrzeuge. Neben den zahlreichen Trabis bestimmten unter anderem Wartburg, Barkas, W50 und Co. das Bild. Über 150 Teilnehmer fanden den Weg mit ihren Fahrzeugen nach Schleiz, „Es freut uns ganz besonders, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird. Mit einer so hohen Teilnehmerzahl haben wir nicht gerechnet. Wir mussten am Samstagmittag sogar weitere Startnummern nachdrucken, da noch immer Teilnehmer anreisten“, resümiert Frank Springer, der Vorstandsvorsitzende des Vereins. Sichtlich erleichtert zeigten sich die Macher dieses Zusammentreffen auch, über den perfekten Ablauf des Wochenendes. Ein ganz besonderer Dank von Frank Springer und Sabine Müller, Mitglied des Organisationsteams, geht an alle fleißigen Helfer die zum Gelingen beigetragen haben.

Eins wurde offensichtlich, auch 30 Jahre nach dem Ende der DDR sind die Fahrzeuge aus dieser Epoche längst nicht Vergessenheit geraden. Im Gegenteil, viele Fahrzeuge erstrahlen im neuen Glanz und sehen oftmals farbenfreudiger aus, als sie noch vor Jahrzehnten das Straßenbild bestimmten.

Einen W50, den einstmals die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) als Fahrschulfahrzeug benutze, präsentierte Timo Seifert. Der Plauener infizierte sich vor rund zehn Jahren mit der Sammelleidenschaft für DDR-Nutzfahrzeuge. „Ich war damals in Werdau bei einem Treffen dieser Art, von diesem Zeitpunkt an wollte ich stets so ein Fahrzeug haben“, berichtet Seifert. Inzwischen sind vier in seinem Besitz. Neben dem W50 brachte er einen ehemaligen B1000 der Feuerwehr Gansgrün mit nach Schleiz. „Das Auto stand einige Jahre achtlos in der Scheune, ehe es in meinen Besitz wechselte und ich es wieder auf Vordermann gebracht habe“, so der Liebhaber weiter.

Unter den Teilnehmern auch eine Gruppe von Männern und einer Frau aus Sachsen und Thüringen, die ihre Liebe zum Trabant bis zum heutigen Tag pflegen. Für sie war es selbstverständlich auf eigener Achse anzureisen. Auf die Frage wie so sie dem Trabi bis heute treu geblieben sind, gab es die einhellige Antwort:

„Es macht einfach Spaß damit zufahren, ein anderes Auto kann jeder fahren. Und ganz wichtig, es gilt den Trabant als ein Stück Kulturgut zu bewahren.“ Fast alle von diesen Trabant-Freunden sind seit über 20 Jahren auf diesen Markentreffen anzutreffen. „Es ist immer schön sich mit Menschen zusammenzufinden, die das gleiche Interesse haben. Wo trifft man heute sonst noch auf einen solchen Gemeinschaftssinn, der ist einzigartig bei uns. Ganz besonders gerne sind wir auf Treffen wie in Schleiz zu Gast, hier hat der Kommerz noch keinen Einzug gehalten“, verrät Heiko Langer aus Geraberg. Den kürzesten Anreiseweg hatte im Übrigen die Familie Klee aus Oberböhmsdorf, die mit zwei Trabis und einem Lada vertreten war.

Neben der Rundfahrt durch den Saale-Orla-Kreis, die den Abschluss bildete, gab es zahlreiche Höhepunkte im umfangreichen Programm. Für viel Spaß sorgte unter anderem der Sexy-car-wash, bei dem nicht nur die Autos gewaschen wurden, sondern auch deren Fahrer. Bei der Bewertung der Fahrzeuge durfte sich der Mühltroffer Sandro Ludwig mit seinem gelben Melkus RS 1000 über den Siegerpokal in der Kategorie schönstes Ostfahrzeug freuen. Als Gewinner der Kategorie Trabant ging Günther Ackermann aus Bad Lobenstein hervor. Das schönste Zweirad brachte Dieter Neuerer mit nach Schleiz, einen Sonderpreis erhielt Chris Rafferty für sein MZ-Mini-Gespann.

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